Verbrauch im Check: So viel Sprit schlucken Luxusautos wirklich
Luxusautos bieten Leistung und modernste Technik. Ein Faktor bei den Betriebskosten bleibt aber der Spritverbrauch. Hier gibt es oft krasse Unterschiede zwischen den offiziellen Herstellerangaben und dem realen Wert an der Zapfsäule. Der Grund sind genormte Testverfahren, die wenig mit der täglichen Fahrpraxis zu tun haben. Wir analysieren die realen Zahlen und zeigen, was das für die laufenden Kosten bedeutet. Zeit für einen ehrlichen Kassensturz.
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Zwischen Prospekt und Realität
Die offiziellen Verbrauchsangaben für Luxusautos sehen auf dem Papier oft vielversprechend aus. Die Praxis an der Tankstelle erzählt aber eine andere Geschichte. Der Grund für diese Diskrepanz heißt WLTP. Das ist der weltweit einheitliche Prüfzyklus zur Ermittlung von Verbrauchswerten. Er ist zwar genauer als sein Vorgänger, findet aber weiterhin unter idealisierten Laborbedingungen statt. Das bedeutet standardisierte Beschleunigung, moderate Temperaturen und keine unvorhergesehenen Staus. Der individuelle Fahrstil, die Beladung oder die Witterung werden, wie auch zuvor, leider nicht berücksichtigt.
Die Fakten sind aber eindeutig. Aktuelle Studien und auch Analysen der EU belegen, dass der Realverbrauch im Durchschnitt 10 bis 30 Prozent über den offiziellen WLTP-Angaben liegt. Diese Lücke wird besonders bei großen, schweren SUVs und Limousinen mit leistungsstarken Motoren sichtbar. Hier kann die Abweichung sogar noch größer ausfallen.
Wer sich auf echte Daten verlassen will, findet einige Portale im Internet. Dort tragen tausende Autofahrer ihre Tankdaten ein und schaffen so eine transparente und realistische Vergleichsbasis. Die Ergebnisse bestätigen hierbei immer wieder, dass das Labor nicht die Straße ist.
Wer spart und wer schluckt
Die Spannweite beim realen Verbrauch ist im Luxussegment enorm. Moderne Technik ermöglicht bei einigen Modellen überraschend moderate Werte. Am anderen Ende der Skala stehen weiterhin leistungsstarke Motoren mit einem Verbrauch im zweistelligen Bereich. Wir schauen uns die sparsamsten und die durstigsten Vertreter genauer an.
Die überraschenden Sparfüchse
Luxus und Effizienz müssen sich nicht ausschließen. Tatsächlich gibt es auch in der Oberklasse einige sparsame Autos, wie aktuelle Analysen von realen Verbrauchsdaten zeigen. Ein gutes Beispiel ist der aktuelle BMW 5er. Im realitätsnahen Mix kommt er auf Werte um 7,6 Liter pro 100 Kilometer. Ähnlich sieht es bei der Mercedes E-Klasse oder dem Lexus ES aus. Hier bewegen sich die realen Verbräuche im Bereich von rund 8,4 Litern. Das sind für Fahrzeuge dieser Größe und Komfortklasse durchaus beachtliche Werte.
Der Grund für eine solch moderate Entwicklung liegt oft in der Technik. Viele Hersteller setzen konsequent auf den Hybridantrieb, meist in Form von Mild-Hybrid-Systemen. Dabei unterstützt ein kleiner Elektromotor den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen. Das senkt den Verbrauch spürbar, ohne die Leistung zu beeinträchtigen, und zeigt, dass auch große Autos nicht zwangsläufig riesige Trinker sein müssen.
Die durstige PS Fraktion
Auf der anderen Seite der Skala stehen die Performance-Modelle. Hier geht es in erster Linie um maximale Leistung und weniger um Effizienz. Besonders Fahrzeuge mit großen V8- oder V12-Motoren, wie die AMG-Varianten von Mercedes oder die S-Modelle von Audi, sind für ihren hohen Kraftstoffbedarf bekannt. Sie sind die erste Wahl für alle, die maximale Leistung suchen, und stehen nicht umsonst hoch im Kurs, wie man vor allem bei einem Blick auf Die Luxusautos der Bundesligaspieler sieht. Ein realistischer Verbrauch von über 11 Litern auf 100 Kilometer ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.
Ein Paradebeispiel ist der Mercedes-Maybach S680. Angetrieben von einem V12-Motor, liegt sein offizieller kombinierter Verbrauch bereits bei rund 11,7 Litern. Im Stadtverkehr oder bei dynamischer Fahrweise klettert dieser Wert schnell in Richtung 15 Liter oder darüber. All diese Fahrzeuge zeigen klar, dass maximale Leistung und ein entsprechend hoher Verbrauch direkt zusammenhängen. Der Preis dafür wird an der Zapfsäule bezahlt.
Der Plug-in-Hybrid Trick: Nur auf dem Papier sparsam
Plug-in-Hybride locken im Luxussegment mit extrem niedrigen Normverbräuchen. Werte von unter zwei Litern auf 100 Kilometer sind keine Seltenheit. Diese Zahlen entstehen jedoch unter unrealistischen Bedingungen. Der offizielle WLTP-Zyklus startet mit einer vollgeladenen Batterie. Ein Großteil der Strecke wird rein elektrisch absolviert, was den Durchschnittsverbrauch auf dem Papier drastisch senkt.
Die Praxis sieht oft anders aus. Der entscheidende Faktor ist das Ladeverhalten des Fahrers. Wird der Akku nicht regelmäßig an der Steckdose geladen, fährt das Auto hauptsächlich mit dem Verbrennungsmotor. Dieser muss dann nicht nur das Fahrzeug, sondern auch das zusätzliche Gewicht des leeren Akkus und des Elektromotors bewegen. So wird der vermeintliche Sparer schnell zu einem durstigen Schwergewicht, dessen realer Verbrauch den eines reinen Benziners oft übertrifft.
Die Regeln werden härter
Was bleibt am Ende? Der Blick in den Prospekt reicht nicht aus, das wird klar. Entscheidend ist der reale Verbrauch im Alltag, und hier macht die Wahl des Modells einen riesigen Unterschied. Die Spanne zwischen einem effizienten Mild-Hybrid und einem V12-Modell ist enorm. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Hersteller. Sowohl strengere EU-Vorgaben als auch politische Initiativen, wie der Strategiedialog der Bundesregierung zur Automobilwirtschaft zeigt, zwingen die Autobauer, ihre Flotten effizienter zu gestalten. Für den Kunden ist das eine gute Nachricht, denn der Trend geht langfristig zu sparsameren Fahrzeugen, auch im Luxussegment.
