Autogas ist eine Kraftstoffalternative für herkömmliche Ottomotoren. Es können also normale Benzinmotoren mit geringem Aufwand für den Betrieb mit Autogas umgerüstet. Zudem gibt es bereits Serienfahrzeuge mit Autogasantrieb. Diese Seite soll Ihnen einen groben Überblick über Autogas als Antriebsvariante geben.
Allgemein:
Der allgemein als Autogas bezeichnete Kraftstoff ist ein Flüssiggas (Mischung aus Propan und Butan). Dieses Gas verbrennt deutlich umweltfreundlicher als Benzin. Es werden 20% weniger Stickstoff, 15% weniger CO2 und 50% weniger Kohlenwasserstoff ausgestoßen. Allerdings entsteht je nach Gasanlage ein Mehrverbrauch von 5-20%. Dies wird jedoch durch die hohen Benzinpreise und die vorteilhafte Besteuerung von Autogas um ein Vielfaches ausgeglichen. Flüssiggas wird laut Gesetz bis Ende 2018 noch mit 9 Cent pro Liter besteuert, wogegen 75% der Spritkosten durch Steuern verursacht werden (d.h. bei einem Benzinpreis von 1,30 Euro kassiert der Staat ganze 97 Cent pro Liter ab).
Durch den Einbau einer Gasanlage wird die Reichweite des Fahrzeugs deutlich erhöht. Der Benzintank bleibt erhalten und es kann zu jeder Zeit die Antriebsart gewählt werden (automatisch oder manuell). Im Gasbetrieb kann man je nach Tankgröße und Verbrauch 350 bis 1000km weit fahren. Dazu kommt natürlich dann noch die normale Reichweite im Benzinbetrieb.
Umrüstung auf Autogas:
Eine Umrüstung von herkömmlichen Benzinmotoren auf den Gasantrieb ist relativ unkompliziert. Nahezu alle Fahrzeuge mit Ottomotor können problemlos umgerüstet werden. Je nach Zylinderzahl und gewünschter Abgasnorm, kostet eine Umrüstung zwischen 1500 und 3500 Euro. Der Umbau rechnet sich aber aufgrund des enormen Preisunterschiedes bei den Spritpreisen meist schon nach wenigen Jahren.
Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Möglichkeiten den Gastank einzubauen:
Je nach Art und Größe des Tanks ist mit einem Zusätzlichen Gewicht von 40kg nach dem Umbau zu rechnen.
Verschiedene Techniken:
Es gibt drei verschieden Typen von Gasanlagen in Fahrzeugen.
Der Unterschied zwischen den Varianten liegt darin, dass bei den Venturianlagen und den sequenziellen Anlagen das Gas verdampft wird, bevor es in den Verbrennungstrakt gelangt. Dies geschieht durch einen Verdampfer. Dieser Verdampfer muss mit Kühlwasser beheizt werden, damit er nicht einfriert. Deshalb müssen Autos mit diesen Einbauvarianten erst unter normalem Benzinbetrieb gestartet werden, bis der Motor und somit das Kühlwasser heiß genug sind, um den Verdampfer gegen Vereisung zu schützen.
Bei LPI-Anlagen wird das Gas dagegen im flüssigen Zustand in den Ansaugtrakt gespritzt. Eine Beheizung durch das Kühlwasser ist somit überflüssig. Das Auto kann also direkt im Gasbetrieb gestartet werden. Zusätzlich hat diese Variante den Vorteil, dass die angesaugte Luft im Ansaugtrakt durch das flüssige Gas gekühlt wird. Da kalte Luft mehr Sauerstoff enthält, wird die Verbrennung des Gases verbessert. Es kommt somit zu einer Leistungssteigerung.
Sicherheit:
Die Verwendung von Gasautos birgt kein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Gegensatz zu Benzinautos. Zahlreiche Crashtests und die Erfahrungen aus der Praxis belegen, dass mit Gas betriebene Autos ebenso sicher sind.
Verbreitung:
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es momentan über 3500 Gastankstellen, wobei in unseren Nachbarländern nur etwa 20 Tankstellen verzeichnet sind. Die Tankstellendichte in Deutschland ist enorm hoch und die Tendenz ist stark steigend. Es dürfte daher keine Probleme bereiten, eine Tankstelle, die Autogas anbietet zu finden.
Vorteile im Überblick:
Spritkosten sparen - Autogas fahren!