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25.06.2017 19:22 Alter: 169 days

Sprit wird teurer: So sparen Sie in den Sommerferien!

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Familien freuen sich bereits auf den wohlverdienten Jahresurlaub. Doch angesichts steigender Spritpreise kann die Urlaubsreise mit dem Auto ordentlich ins Geld gehen. Dabei können bereits mit wenigen Tipps reichlich Kosten eingespart werden.


Mit dem Auto in den Urlaub: Das bedeutet Flexibilität, kann aber auch sehr teuer werden. Bildquelle: Evgeny Bakharev – 455292625 / Shutterstock.com

Ohne Auto geht in Deutschland gar nichts. Dies gilt mitunter auch für den Urlaub. Denn während Heim und Hof gerade im Sommerurlaub gerne zurückgelassen werden, ist bei vielen deutschen Urlaubern der Pkw mit von der Partie. Über 17 Millionen Deutsche reisten 2016 mit ihrem eigenen Auto in den Urlaub.

Doch natürlich sind die Urlaubsdestinationen mit dem Auto begrenzt und liegen meist in den deutschen Nachbarländern von Polen über Tschechien bis zu den Niederlanden und Belgien. Wer weiter weg möchte, muss – möchte er nicht mit dem Schiff unterwegs sein – ins Flugzeug steigen, um die großen Weltmeere zu überqueren.

Und während sich einige noch über die wieder ansteigenden Benzinpreise aufregen, lauert schon ganz anderswo die nächste Kostenfalle: am Flughafenparkplatz. Hier müssen Urlauber nämlich für einen einwöchigen Stellplatz mitunter so viel zahlen wie für einen Hin- und Rückflug. Doch das muss nicht sein.

 

Tipp 1: Alternative Flughafenparkplätze nutzen

Frankfurt, München, Stuttgart oder Düsseldorf – in diesen Städten sind einige von Deutschlands größten Flughäfen, gemessen am jährlichen Passagieraufkommen, beheimatet. Doch die größten deutschen Flughäfen zählen auch zu den teuersten, was die Pkw-Stellflächen anbelangt.

Bis zu 156 Euro müssen Urlauber beispielsweise in Stuttgart für einwöchiges Parken in Terminalnähe zahlen (Stand 19.06.17). TUIfly bietet derzeit zum Beispiel einen Hin- und Rückflug zur und von der Urlaubsinsel Mallorca für knapp unter 90 Euro an. Da wird der Urlaub teuer.

Die Lösung lässt sich auf alternativen Flughafenparkplätzen finden. Und diese wiederum finden Urlaubswillige dank des Internets bequem über das Smartphone oder Tablet. Über Preisvergleichsseiten wie Parkplatz.de  oder Parkplatzvergleich.de können Urlauber bis zu 60 Prozent bei der Parkplatzsuche sparen.

Das Praktische dabei: Häufig befinden sich die Pkw-Stellplätze in überdachten und überwachten Anlagen. Die Service-Anbieter stellen darüber hinaus Shuttle-Services bereit, die Kunden direkt zum Terminal kutschieren und nach dem Urlaub von dort auch wieder abholen und zum Auto bringen. Kosten sparen und weniger Stress bedeutet dies unter dem Strich. Besser geht es eigentlich kaum.

Anbieter

Flughafen Stuttgart

Alternativer Flughafenparkplatz

Preis

156,50 €

68 €

Tabelle: Preisvergleich zwischen Flughafen Stuttgart und alternativem Parkplatzanbieter für 8 Tage (Stand: 19.06.17)

 

 

Tipp 2: Nur Fliegen, wenn es sein muss

Klar, einige Reiseziele lassen sich nur schwer mit dem Auto erreichen. Wer aber innerhalb Europas unterwegs und gewillt ist, den Pkw zu nutzen, der muss nicht nur Kosten befürchten, sondern kann unter Umständen auch jede Menge Geld sparen. Statistischen Berechnungen zufolge ist die Urlaubsreise mit dem Auto innerhalb Europas im Durchschnitt günstiger als vier Flugtickets mit demselben Reiseziel.

Doch leider ist es auch eine nicht ganz zufällige Regel, dass pünktlich zum Ferienbeginn die Spritpreise teils um bis zu zehn Cent pro Liter ansteigen. Gerade deswegen sollten Urlauber einige Spritspartipps anwenden, mit denen der Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent reduziert werden kann, was uns zum nächsten Tipp führt.

 

 

Tipp 3: Augen auf beim Autokauf

Männer lieben SUVs. Dass die bulligen Boliden allerdings keine umweltfreundlichen Spritsparer sind, dürfte auch klar sein. Wer also vor dem Autokauf schon weiß, dass er in den kommenden Jahren mit Sack und Pack auf vier Rädern in den Urlaub fahren wird, sollte hier bereits die richtige Wahl treffen.

Konkret bedeutet dies: ein Dieselfahrzeug kaufen. Zwar sind Dieselfahrzeuge im Schnitt teurer als Benziner und auch in puncto Wartung und Steuern hat der Selbstzünder das Nachsehen, was allerdings den Kraftstoffverbrauch anbelangt, liegen Dieselfahrzeuge vorn.

 

 

Bei gefahrenen 20.000 Kilometern im Jahr, einem durchschnittlichen Benzin-Preis von 1,31 Euro pro Liter sowie 1,11 Euro bei Diesel, einem angesetzten Verbrauch von 7 Litern beim Benzin-Fahrzeug und 5 Litern beim Diesel-Pkw sowie 800 bzw. 1.000 Euro für Steuern und Versicherungen im Jahr und Gesamtkosten von 15.000 Euro für den Selbstzünder und einen Kaufpreis von 17.000 Euro für das Diesel-Fahrzeug würden sich folgenden Kosten ergeben.

Ergebnis

Benzin

Diesel

Treibstoffkosten / 100 km

9,17 €

5,55 €

CO2-Ausstoß / km

163 g

132 g

Ersparnis nach 10 Jahren

0

3.240 €

Jährliche Ersparnis gegenüber Benzin

0

324 €

Tabelle: Kostenvergleich zwischen Benziner und Diesel-Fahrzeug

 

Tipp 4: Weniger ist mehr beim Packen

Natürlich hängt der Kraftstoffverbrauch beim Autofahren auch vom Gewicht ab. Da natürlich nicht verlangt werden kann, dass die Insassen auf die Schnelle noch einige Pfunde verlieren, müssen an anderer Stelle Kilos eingespart werden. Soll heißen: Nur das mitnehmen, was im Urlaub auch tatsächlich gebraucht wird.

Pro 100 Kilogramm Zusatzgewicht verbraucht ein Pkw im Schnitt 0,3 Liter mehr Kraftstoff. Wer dann auch noch eine Box auf dem Autodach mitführt, büßt wegen des Luftwiderstands Aerodynamik ein und muss damit rechnen, nochmal bis zu 20 Prozent mehr an Kraftstoff für 100 gefahrene Kilometer zu benötigen.

Während ein T-Shirt mehr oder weniger natürlich nichts ausmacht, sieht es bei größeren Lasten schon anders aus, beispielsweise bei Fahrrädern. Wer diese auf dem Dach des Autos transportiert, steigert seinen Kraftstoffverbrauch im Höchstfall um 40 Prozent! Besser ist es also, ein Fahrrad am Urlaubsort zu leihen. Kommt dies nicht infrage, steht der Hecktransport als Alternative bereit. In diesem Fall wird der Kraftstoffverbrauch „nur“ um maximal 18 Prozent erhöht.

Übrigens: Auch wenn der Fahrradträger keinen Drahtesel transportiert, geht dies zulasten des Kraftstoffverbrauchs. Allein das Gewicht des Fahrradträgers kann den Spritbedarf auf bis zu fünf Prozent maximieren. Hier lohnt es sich unter Umständen also, den Träger für längere Reisen abzumontieren.

Kraftstoff-Mehrverbrauch bei Dieselfahrzeugen

80 km/h

100 km/h

130 km/h

mit Heckträger und zwei Fahrrädern

12 %

8 %

18 %

mit Dachträger ohne Fahrräder

5 %

3 %

5 %

mit Dachträger und zwei Fahrrädern

27 %

25 %

42 % (!)

Tabelle: Kraftstoffmehrverbrauch bei Dieselfahrzeugen

 

Fazit: Sparen kann so einfach sein

Wie man sieht, ist es durchaus möglich, beim Urlaubstrip mit dem Auto oder auch bei Flügen ordentlich Geld zu sparen. Beim Autokauf kann es hilfreich sein, sich am deutschen Spritmonitor zu orientieren. Darüber hinaus gibt auch der ADAC hilfreiche Tipps zum Thema Spritsparen, beispielsweise durch eine angepasste Fahrweise oder regelmäßige Fahrzeugkontrollen.

Ansonsten genügt es aber oft auch, mit einfachem Menschenverstand an die Sache heranzugehen. Die elektrische Anlage, die Klimaanlage und Co. – all dies verbraucht Kraftstoff. Am Ende sollte sich jeder die Frage stellen, ob manche Autofunktionen wirklich notwendig sind oder ob man einfach nur Komfort genießen möchte, dafür aber auch ordentlich draufzahlen will.